Ehrung der Helferinnen und Helfer



für die Betreuung der Flüchtlinge.
Auf Einladung der Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian trafen sich Helferinnen und Helfern, die sich engagiert um die Betreuung der Flüchtlinge kümmern, am vergangenen Diens-tag im Historischen Ratssaal.
Mit der nachfolgenden Rede würdigte Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian das große Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.


Das Bild zeigt Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian mit Vertreterinnen und Vertretern der Helfergruppen

„Ansprache zur Ehrung der Helferinnen und Helfer für die Betreuung der Flüchtlinge am 15.12.2015

Sehr geehrte Helferinnen,
sehr geehrte Helfer
aus den Willkommensinitiativen und Helferkreisen für die Flüchtlinge,

ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind und mit Ihrer Teilnahme den heutigen Abend zu etwas Besonderem machen.

Mein Vorgänger, Herr Alexander Büttner, hat den Ehrenamtspreis ins Leben gerufen und in den vergangenen Jahren im Anschluss an die letzte Ratssitzung einzelne Personen, welche sich im besonderen Maße ehrenamtlich engagiert haben, geehrt.

Ich führe diese Tradition gerne weiter, habe mich aber in diesem Jahr dazu entschieden, kei-ne einzelnen Personen zu ehren, sondern stattdessen einer Gemeinschaft „danke“ zu sagen.
Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Ihnen allen, meinen lieben Helferinnen und Helfer, zu danken, die Sie sich in ganz besonderem Maße für die Flüchtlinge in unserem Stadtgebiet einsetzen.

Ich danke Ihnen im Namen von Rat und Verwaltung dafür, dass Sie sich tagtäglich mit uner-müdlichem Einsatz um die Flüchtlinge kümmern. In einer Art und Weise, die wir als Verwal-tung alleine nicht leisten können.
Sie begegnen den Menschen, gleich welcher Nation, mit offenem Herzen, mit Hilfsbereit-schaft und unendlicher Geduld.

Aktuell sind insgesamt 359 Flüchtlinge im Gebiet der Stadt Bad Münstereifel untergebracht. Sie kommen aus Syrien, Irak, Afghanistan, Serbien, Eritrea, Bangladesch und zahlreichen anderen Nationen.
Neben Iversheim und der Kernstadt  sind die Flüchtlinge zwischenzeitlich auch in Arloff, Hil-terscheid, Mutscheid, Nitterscheid, Nöthen, Rodert und Rupperath untergebracht.
Es handelt sich zum Teil um Flüchtlingsunterkünfte, aber auch um angemietete Privatwoh-nungen. Es ist anzumerken, dass kurzzeitig auch Personen auf Notunterkünfte verteilt wer-den bis Flüchtlingsunterkünfte oder Privatwohnungen fertig hergerichtet sind. Von einer Un-terbringung in Zelten oder Containern konnte bisher abgesehen werden. Wöchentlich werden uns ca. 20 Flüchtlinge von der Bezirksregierung in Arnsberg zugewiesen.

Auch wenn die hauptamtlich Beschäftigten alles tun, um die ankommenden Menschen best-möglich aufzunehmen und zu versorgen, können sie dies alleine nicht erschöpfend leisten. Wir können lediglich dafür sorgen, dass ausreichend Unterkünfte zur Verfügung stehen, d. h. wir richten Unterkünfte her oder mieten Häuser oder Wohnungen an. Wir sorgen dafür, dass diese Unterkünfte entsprechend eingerichtet sind, dass Betten, Küchen und sanitäre Einrich-tungen bereitstehen. Wir sorgen also für die „Hard-Ware“.

Damit die Menschen sich aber aufgenommen und wohl fühlen können, damit sie schnellst-möglich integriert werden, brauchen wir Ihre Unterstützung, liebe Helferinnen und Helfer.

Sie sind diejenigen, die die Familien beispielsweise zum Arzt fahren,
Sie begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen,
Sie spielen und basteln mit den Kindern,
Sie helfen ihnen die deutsche Sprache zu lernen oder zumindest die ersten Worte zu verste-hen,
Sie heißen die Flüchtlinge willkommen, helfen ihnen in den Unterkünften, besorgen ihnen Kleidung und noch vieles mehr. Sie schaffen also die „Soft Skills“.

So wie die Flüchtlinge in den verschiedenen Ortschaften untergebracht sind, haben sich zwi-schenzeitlich auch verschiedene Helfergruppen gebildet.
Neben dem Café International vertreten Sie die Helferkreise „Kernstadt“, „Iversheim“, „Nitter-scheid“, „Rodert“ und „Rupperath“, oder aber die Helferkreise „Kleiderkammer“, „Deutschun-terricht“ und „private Unterkünfte“.

Nur durch Ihre Hilfe und Ihren Einsatz können wir, wenn alle zusammenhalten, den Kraftakt schaffen. Dann können wir diesen Menschen, die alles zurückgelassen haben und zu uns gekommen sind, hier bei uns und unter uns ein neues Leben bieten in Frieden, Freiheit und Demokratie; ein Leben ohne Angst vor Verfolgung oder Unterdrückung; ein Leben in Gebor-genheit im Miteinander und Füreinander.

So wie am kommenden Sonntag fünf Musikvereine der Mutscheid die neuen Nachbarn in einem gemeinsamen Konzert Willkommen heißen, so wollen auch wir Verwaltung, Rat und Helferkreise zusammenhalten und zusammen arbeiten. Es ist eine besondere Aufgabe, die wir gemeinsam zu meistern haben.

In diesem nun zu Ende gehenden Jahr haben Sie bereits sehr viel geleistet. Sie haben den Flüchtlingen durch Ihre Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit gezeigt, dass sie bei uns willkom-men sind, dass sie gerne aufgenommen werden.
Hierfür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.

Ich wünsche mir, dass Ihr Engagement auch im kommenden Jahr bestehen bleibt. Denn wei-tere Flüchtlinge werden zu uns kommen, die Hilfe benötigen und die wir bestmöglich integrie-ren wollen.
Und auch dies werden wir gemeinsam schaffen. Da bin ich mir sicher.

Ihr Einsatz und Ihre Arbeit sind mit Geld nicht zu bezahlen. Aber dennoch möchte ich Ihnen das diesjährige Preisgeld als Dankeschön überreichen. Der Betrag wird auf das Spendenkon-to des Cafés International überwiesen, ist aber für alle Helferkreise gedacht.
Vielleicht hilft das Geld bei der nächsten Tankfüllung, beim Kauf von Stiften, Malblöcken, Büchern, Keksen oder was auch immer. Sie wissen selbst am besten, wo und wie Sie das Geld im Sinne der uns anvertrauten Flüchtlinge einsetzen.

Nutzen Sie den heutigen Abend, um bei einem kleinen Imbiss und Umtrunk miteinander ins Gespräch zu kommen: Tauschen Sie sich aus und genießen Sie die kurze Auszeit, bevor es uns morgen wieder alle im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und der Flüchtlinge umtreibt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einige vergnügliche Minuten miteinander, eine besinn-liche Adventszeit, ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Herzlichen Dank.

Sabine Preiser-Marian
(Bürgermeisterin)“


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